Die Wortwerkstatt ist unser Fachraum für Sprache und Wortkultur. Hier haben die Vorschulkinder die Möglichkeit, sich über unterschiedliche Zugänge dem Bereich der Schriftsprache und der Wortkultur zu nähern und Medienkompetenz zu erwerben.

Unser Ziel ist es nicht, den Kindern lesen und schreiben beizubringen, sondern ihren natürlichen Wissensdrang zu wecken und zu unterstützen.

Konzentriertes und selbständiges Arbeiten wird angeregt durch:

  • Erwerb von Werkstattscheinen: Erlernen eines fachgerechten Umgangs mit Stiften, Buchstaben zum Drucken, Schreiben mit Tinte, etc.
  • Vielfältige Materialien zum ausprobieren und erproben
  • Arbeiten am TUXICO – Kindercomputer
  • Themenbezogene Spiele
  • Sach – und Bilderbücher

Emotionale Entwicklung und soziales Lernen

Kinder erleben Sprache als Mittel zur Kontaktaufnahme. Sie erfahren vielfältige Kommunikationsmittel wie z.B. die Schriftsprache, Mimik und Gestik und die Körpersprache.

In der Wortwerkstatt gibt es einen grosse Anzahl an Bilderbüchern, die die Gefühle, die Lebenswelt und das Einfühlungsvermögen der Kinder ansprechen und anregen und zum reflektieren animieren.

Die Kinder erarbeiten sich einen Werkstattschein um selbständig an den verschiedenen Stationen arbeiten zu können. Sie haben ein Erfolgserlebnis und das Selbstbewußtsein wird gestärkt.

Die Kinder sollen sich zum einen auf ihre Arbeit konzentrieren können aber auch mit den anderen kooperieren. Sie lernen aufeinander Rücksicht zu nehmen, wenn der andere Ruhe zum arbeiten braucht. Verschiedene Spiele unterstützen das soziale Miteinander. Der Freude am gewinnen steht die Frustrationstoleranz beim verlieren gegenüber.

Entwicklung kognitiver Fähigkeiten und der Freude am Lernen

In der Wortwerkstatt ist konzentriertes und ausdauerndes Arbeiten wichtig. Es ist ein Raum für die Vorschulkinder, der die kognitiven Potenziale der Kinder herausfordern soll, z.B.:

  • Phantasie beim Erfinden von Geschichten
  • Freude am reden und erzählen
  • Genaues hinhören und zuhören
  • Wortschatzerweiterung
  • Aufschreiben der Geschichten am Computer
  • Erkennen und Wiedererkennen von Buchstaben und Zahlen
  • Auseinandersetzung mit Wörtern und Mengen, etc.

Durch eine wertschätzende Umgebung erfahren die Kinder, dass sie ernst genommen werden, entwickeln Vertrauen zu ihren eigenen Fähigkeiten und erfahren, das sie Aufgaben lösen und Probleme bewältigen können.

Körper – Bewegung – Gesundheit

Sprache in Zusammenhang mit Bewegung erleben heisst für die Kinder das sie Sprache auf mehreren Ebenen erfahren, den Rhythmus und den Takt der Sprache erleben sie durch Sprechverse, Silben klatschen, Quatschgeschichten, Lieder und Geschichten mit Bewegung, etc.

Um Geschichten zu gestalten brauchen die Kinder eine gute Handgelenksmotorik z.B. beim malen und schreiben, eine gute Auge – Hand – Koordination z.B. um in einer Reihe zu schreiben, eine adäquate      Raum – Lage – Wahrnehmnug um Linien und Kästchen einzuhalten.

Sprache und sprechen

„Sprachliche Bildung ist ein kontinuierlicher Prozess, der nie abgeschlossen ist. Er umfasst sowohl das Sprachverständnis als auch die Sprechfähigkeit. Daher ist es das wichtigste Ziel, bei den Kindern die Freude am Sprechen zu wecken bzw. zu erhalten.„( Siehe Orientierungsplan)

Sprachliche Bildung ist fester Bestandteil unserer alltäglichen Arbeit und wird in der Wortwerkstatt noch intensiviert.

In der Wortwerkstatt findet Begegnung mit Buchstaben, Zahlen und dem geschriebenen Wort statt. Die Kinder erkennen, das Buchstaben und Zeichen eine Bedeutung im alltäglichen Leben haben.

 

Lebenspraktische Kompetenzen

Kinder streben nach Autonomie. Sie erwerben Fachkompetenz, d.h. durch den Umgang mit verschiedenen Materialien wie Computer, Feder, Tinte, Stifte, etc. haben die Kinder die Möglichkeit, selbständig und eigenverantwortlich zu arbeiten und ihre Ideen umzusetzen.

Die Kinder, die schon „ Werkstattprofis„ sind, haben Spass daran, ihr Wissen an andere Kinder weiterzugeben.

 

 

Mathematisches Grundverständnis

Mit zunehmendem Alter erschließt sich für die Kinder die Bedeutung von Zahlen und Mengen im Alltag.

In der Wortwerkstatt lernen sie Zahlen und Mengen und deren Zuordnung kennen. Dies geschieht z.B. bei:

  • Gesellschaftsspiele: die Figur muss passend zur gewürfelten Zahl weitergesetzt werden
  • Zeit und Raum: zeitliche Begrenzung für die Benutzung des TUXICO
  • Verschiedene Blattformate
  • Zahlen und Zählspiele
  • Lange Wörter, kurze Wörter
  • Stempel, etc.

Ästhetische Bildung

Ästhetische Erfahrungen sind authentisch, sie können nicht aus zweiter Hand bezogen werden, sie bilden eine Grundlage für den Aufbau kognitiver Strukturen.

In der Wortwerkstatt finden die Kinder eine klar strukturierte vorbereitete Umgebung, diezum eigenständigen Arbeiten einlädt. Den Kindern werden Möglichkeiten gegeben, mit verschiedenenAngeboten ihrem Drang nach „Schrift und schreiben„nachzugehen:

  • Buchstaben in eine Ordnung bringen
  • Schriftbild
  • Vorherige Überlegungen, ein Bild im Kopf haben
  • Angenehme Lichtverhältnisse
  • Atmosphäre zum ruhigen, konzentrierten arbeiten

Natur und Lebenswelt

Begegnungen in der Natur regen die Wissbegierde der Kinder an. Sie haben viele Fragen und stellen eigene Hypothesen auf. In der Wortwerkstatt haben sie die Möglichkeit sich anhand von Fachbüchern zu informieren und Antworten auf ihre Fragen zu finden.

Sie begegnen Fachausdrücken, deren Bedeutung er – und geklärt werden muss.

Auch in der Wortwerkstatt finden die Kinder Bücher in den Sprachen, die sie im Kindergarten hören, dazu zählen:

  • Hochdeutsch
  • Plattdeutsch
  • Niederländisch

Ethische und religiöse Fragen, Grunderfahrungen menschlicher Existenz

Die Kinder befassen sich mit der Bedeutung von Sprache. Sie erfahren die Wichtigkeit von Sprache und das Sprache und sprechen Kontakt bedeutet.

Die Kinder haben positive Grunderfahrungen wie Wertschätzung, angenommen werden, Geborgenheit, etc. Dieses gibt ihnen die Möglichkeit, sich in einer sicheren Umgebung persönlich zu entfalten.

Die Kinder setzen sich im Tagesgeschehen auch mit der verletzenden Wirkung von Sprache auseinander, wenn z.B. ein Schimpfwort benutzt wird. Diese Situationen werden angesprochen und mit den Kindern besprochen.

Bilderbücher laden zum philosophieren ein über Themen wie:

  • Feste und Feiern
  • Trauerbewältigung
  • Aggressives Verhalten
  • Soziales Miteinander